Geschichte

Abteilung Schülerturnen

Magstadt war einmal so etwas wie eine Turnerhochburg, jedoch Beruf, Bundeswehr und Wegzug bewirkten, daß über längere Zeit kein Turnbetrieb mehr stattfand. Nur das Mädchenturnen wurde ständig weitergeführt.

Als 1977 die neue Sporthalle in Magstadt eingeweiht wurde, sollte zu dem Mädchenturnen ein Jungenturnen hinzukommen. Der Grundstein dazu war bereits durch das Mutter-und-Kind- Turnen - unter Leitung von Frau Hildegard Müller - gelegt.

1978 wurde die Schülerturnabteilung eine eigenständige Abteilung, und Frau Müller machte jetzt nachmittags ein Vorschulkinder- Turnen und baute anschließend, zusammen mit Herrn Jäckel, das neue Jungenturnen auf. Der Turnbetrieb ließ sich gut an. Bald wurden Helfer benötigt, und ein Aufruf im Magstadter Blättle bewirkte, daß sich ehemalige Turner zur Verfügung stellten. Die aber brachten nicht nur ihre kleinen Söhne, sondern auch ihre Töchter mit - und so entwickelte sich das heutige gemischte Schülerturnen. 1980 mußte Frau Müller aus beruflichen Gründen von Magstadt weg, und so übernahm Herr Jäckel das Vorschulkinderturnen und das Schülerturnen. Beim Vorschulkinderturnen stellten sich spontan Frau Doris Wanner und Frau Christel Wolf zur Verfügung, und beim Schülerturnen halfen Herr Manfred Bruker und Jugendliche, die bei einem Gruppenhelfer-Lehrgang Lehrwege und Hilfestellung gelernt hatten. Der Zulauf war groß, und so mußten die jungen Turnerinnen und Turner in zwei Altersgruppen aufgeteilt werden. Die 6 bis 10jährigen turnten jetzt in der ersten Stunde und die ab zehn Jahren in der zweiten. Geübt wurde nach dem Aufgaben-Buch des Deutschen Turnerbundes. Aber es sollte noch bis 1984 dauern, bis die ersten Turnerinnen und Turner an einem Gau-Kinder- Turnfest teilnehmen konnten. Zusätzlich wurde kräftig geübt für eine kurze Vorführung zur Einweihung des Sportplatzes 1982- und für den alljährlichen Jugendsportnachmittag in der Sporthalle. Hier konnten die Kinder ihren Eltern zeigen, was sie das ganze Jahr über gelernt hatten.


Faschingsskiausfahrt 1983 - Ofterschwang

Bei der Sportplatzeinweihung wurde Herr Roland Gauder auf die Schülerturn-Abteilung aufmerksam. Als Turn- Übungsleiter half er ab sofort tatkräftig mit und übernahm eine größere Jungenriege. Seinem Einsatz ist es mit zu verdanken, daß die Turner bei späteren Wettkämpfen gute Wertungen erhielten.

Im außersportlichen Bereich wurden Wandertage, Besuche im Badezentrum Sindelfingen, Pizzaessen für Gruppenhelfer und Skiausfahrten ins Allgäu angeboten. Die meisten dieser Aktivitäten wurden feste Einrichtungen und haben sich bis heute gehalten.

Die Warteliste, die 1981 eingerichtet wurde, I bewährte sich gut. Nur so konnte sichergestellt werden, daß die Vorschulturn- Kinder bei Erreichen des Schulalters automatisch in das Schülerturnen übernommen werden konnten. Leider mußten deshalb andere interessierte Schulkinder zum Teil recht lange warten, aber das Schülerturnen platzte aus allen Nähten.

Frau Wanner und Frau Wolf führten im Jahr 1982 eine zusätzliche Vorschulkinderturngruppe ein. Damit konnte der ständig steigenden Nachfrage ein wenig entgegengekommen werden.

Die "Magstadter Purzler" etablierten sich. Eine Gruppe Jugendlicher führten 1983 gleich zweimal ihre lustigen Sprünge über den hohen Kasten vor. Am 20. Juni erheiterten sie die Teilnehmer des Altennachmittags und auch beim Jugendsportnachmittag am 10. Dezember klappte der Angriff auf die Lachmuskeln auch sehr gut.

Die Turnarbeit trug Früchte. Am 24. Juni 1984 nahmen elf junge Turnerinnen und Turner an dem Gaukinderturnfest in Bondorf teil. Das Erlebnis war groß, alle erreichten die erforderliche Punktzahl, und alle bekamen die begehrte Siegerurkunde.

Gleich im Januar 1985 konnte die Sportlehrerin, Frau Monika Eberle, eine große Mädchenriege übernehmen. Außerdem bildete sie weitere Jugendliche zu Gruppenhelfern heran. Großen Anklang fand beim Vorschulkinderturnen und beim Schülerturnen ein Ausflug in den Märchen- garten in Weil der Stadt und der Besuch im Erlebnispark Tripsdrill. Etwa achtzig Kinder zeigten zum Jugendsportnachmittag Auszüge aus dem Trainingsprogramm.

1986 entwickelte sich aus den Reihen der größer werdenden Mädchen eine Tanzgruppe. Mit großem Geschick übte Manuela Göhring mit den Mädchen ein paar Schautänze ein - und gleich zum Frühlingsfest, am 30. April, trat sie mit einer gelungenen Darbietung auf. Die "Magstadter Purzler" waren auch 1986 wieder gern gesehene Akteure beim Altennachmittag. Die Teilnahme an Bezirkskinderturnfesten und Gaukinderturn- festen wurde zur Selbstverständlichkeit.


Gaukinderturnfest 1984 - Bondorf
Gleich Anfang 1987 mußte nach Ersatz für die weggehende Sportlehrerin gesucht werden. Mit Frau Heidrun Jung bekamen die Schülerturner eine sehr geschickte und versierte Kraft. Frau Jung fing auch gleich an, für das Deutsche Turnfest in Berlin zu trainieren. Die Mühe lohnte sich; mit elf Turnerinnen und Turnern konnte der SV Magstadt, Ende Mai 1987, in Berlin die Magstadter Vereinsfahne präsentieren. Alle Teilnehmer waren sich einig: Berlin war wirklich eine sportliche Reise wert.

Teilnehmer beim Deutschen Turnfest 1990 in Dortmund/Bochum

Die Aktivitäten nahmen zu. Neben Teilnahmen an Gruppenhelferlehrgängen, Vorführungen der Tanzgruppe und der "Magstadter Purzler präsentierte sich die Abteilung Schülerturnen. mit vierzig Turnerinnen und Turnern bei einem Umzug durch Magstadt - anläßlich des 80jährigen Bestehens des Musikvereins.

Alle diese Aktivitäten liefen zwar bei Herrn Jäckel zusammen, er bekam aber tatkräftige Unterstützung aus den Reihen der Jugendlichen und der jungen Erwachsenen, denen es offensichtlich immer noch im Schülerturnen gefiel.

Beim Bezirkskinderturnfest 1988 in Dagersheim waren neben 28 Teilnehmern auch die zwei Kampfrichter, die die Schülerturnabteilung stellte, den ganzen Tag im Einsatz. Auch beim Gauturn- fest in Leinfelden-Echterdingen waren sie sehr gefragt. Beim Sommerferien-Programm der Gemeinde richteten die Schülerturner einen Orientierungslauf aus. Ein Turner-Zeltlager wurde ins Leben gerufen, welches von Stund an eine alljährliche Einrichtung, für ein Wochenende lang, wurde. Auch ein Backhausfest in der Vorweihnachtszeit wurde zur Dauereinrichtung.

Der Sportlehrerin, Frau Heidrun Jung, war es überwiegend zu verdanken, daß im Jahr 1990 21 Teilnehmer über Pfingsten nach Dortmund- Bochum fahren konnten, um dort beim Deutschen Turnfest ihre turnerischen Leistungen unter Beweis zu stellen. Auch hier waren unsere Kampfrichter besonders stark gefordert; mußten sie doch sehr früh aufstehen und bis spät in den Abend hinein werten.

1991 gab es neben den schon traditionellen gesellschaftlichen Dauereinrichtungen eine zwölfköpfige Teilnahme am Hallengauturnfest im Glaspalast in Sindelfingen. Gute Plazierungen belohnten den Übungseifer und die Teilnahme. Bei den Leichtathletik-Meisterschaften in Magstadt konnten die Schülerturner einige erste Plätze für sich verbuchen.


Die Tanzgruppe auf Erfolgskurs -1991
von links: Kat ja und Andrea Vögele, Sabine Erlacher, Kerstin Geiger, Nadine Schuhmacher, Britta Neeb; vorn: Elke Kohler

Besonders erfolgreich war dieses Jahr die Tanzgruppe. Die kleinen Mädchen von damals hatten sich zu attraktiven jungen Damen gemausert, und sie konnten sich vor Auftrittsangeboten, besonders in der Faschingszeit, kaum retten.

Im Trainingsjahr 1992 gab es außer einer Bezirksmeisterschaft in Böblingen und einem Gaukinderturnfest in Herrenberg nicht allzu viele sportliche Höhepunkte. Unsere - inzwischen fünf - Kampfrichter waren oft im Einsatz.

Frau Wanner richtete im Jahr 1993 eine zusätzliche Vorschulkinder- Turnstunde ein. Damit betreute sie nun in dreimal je 45 Minuten fast 60 Vorschulkinder. Gleich nach den großen Ferien 1993 gab Herr Jäckel, nach 15jähriger Amtszeit, die Leitung der Abteilung an Herrn Reinhold Schweizer ab. Kurz darauf, im Herbst, übergab Frau Wanner ihre Vorschulkinder an Frau Heidi Klavins- Baumgartl. Herr Schweizer gab sich innerhalb seiner Möglichkeiten große Mühe, fand aber wohl nicht den richtigen "Draht" zu den jugendlichen Helfern. Trotzdem gingen, im Mai 1994, elf Turnerinnen und Turner mit ihm zum Deutschen Turnfest nach Hamburg.


Nach dem Deutschen Turnfest in Hamburg 1994
wieder in der Magstadter Turnhalle

Aber nach zwei Jahren - gleich nach dem Jugendsportnachmittag 1995 -legte Herr Schweizer sein Amt nieder. Die verbliebenen Helfer riefen die Abgewanderten zu einer Sondersitzung zusammen. Das Ergebnis daraus war eine neue Abteilungsleitung unter der Führung von Herrn Wolfgang Winter, Frau Sandra Rabinsky und Herrn Andreas Jäckel als Schriftführer.

Das Vorschulkinderturnen jedoch erlebte erneut starken Auftrieb. Frau Klavins-Baurngartl ging ihre Aufgabe mit so großem Elan an, daß sie über die Entwicklung unter ihrer Leitung selbst berichtet.


Schülerturnen

Die gesellschaftlichen und sportlichen Aktivitäten im Schülerturnen gingen weiter. Anfang Juni 1996 zeigten dreizehn Turnerinnen und Turner bei strahlendem Wetter in Ulm, daß die Teilnahme an einem Landesturnfest - auch unter neuer Leitung - viel Spaß macht. Vier Magstadter Kampfrichter trugen ihren Teil zum guten Gelingen bei.

Beim Gaukinderturnfest in Renningen repräsentierten achtzehn Teilnehmer den Sport- verein Magstadt. Im fairen Wettstreit konnten ein zweiter, ein dritter und ein fünfter Platz errungen werden.

Das Zeltwochenende war wieder ein voller Erfolg, und die Planungen für weitere Aktivitäten laufen auf vollen Touren. So ist zum Beispiel eine neue lustige Gruppe - mit Vorführungen an verschiedenen Geräten - geplant.

Die Abteilung ist sicher, daß das Schülerturnen noch vielen Kindern und Jugendlichen ausgefüllte Sportabende, fairen Wettstreit bei Turnfesten und Geselligkeit bei Ausfahrten bieten wird.

 

Hans- Joachim Jäckel

 

Vorschulkinderturnen

1979-1993

Die Entstehungs- bzw. Entwicklungsgeschichte des Vorschulkinderturnens konnten Sie ja schon unter der Rubrik Schülerturnen nachlesen.

1994

Als ich im Herbst 1994 das Turnen von Frau Wanner übernahm, stand mir als Helferin Frau Margot Schuler zur Seite. Es wurde in drei Gruppen mit Kindern im Alter von drei einhalb bis sechs Jahren spielerisch geturnt. Kindgerechtes Turnen an Großgeräten fördert die Entwicklung der Kinder in bezug auf Geschicklichkeit und sozialem Verhalten und wurde daher zusammen mit Spielarten und spielerischer Gymnastik gerne durchgeführt.

Um die Übungsstunde attraktiver zu gestalten, wurden Turnstunden mit besonderen Aktionen angeboten, zum Beispiel "Apfelsaftfabrik", "Knall - knall- knall, wir fliegen jetzt ins All", Weihnachtsturnen ("Die Weihnachtsbäckerei ") und natürlich die Teilnahme am jährlichen Jugendsportnachmittag. Dort verzauberten die Kinder mit der Vorführung des "Flummitanzes" und dem Tanz mit den bunten Fallschirmen die Zuschauer.

1995

Die Kinderzahl stieg rapide an, so daß wir nach Erhalt des zweiten Hallentraktes mit fünf Gruppen turnen konnten, wovon nun zwei Gruppen von Frau Margot Schuler selbständig geleitet wurden. Leider ist die Kapazität der Hallenbelegung schon ausgeschöpft, daher müssen die ältesten Vorschulkinder in einer großen Gruppe - betreut von beiden Leiterinnen - turnen.

Da die besondere Turnstunde im vergangenen Jahr so gut angenommen wurde, machten wir diese Stunde zur ständigen Einrichtung.

Dem Jahresablauf angepaßt, begannen wir mit dem Faschingsturnen. "Stups", der kleine Osterhase hoppelte zur Osterzeit durch die Halle. In diesem Jahr heißt es zum erstenmal für uns Abschied nehmen von all den Kindern, die im Herbst in die Schule kommen.

Das Abschiedsfest stand unter dem Motto: Vorschulkinderturnen "TÜV". Alle absolvierten das Spiel-Sport-Abzeichen mit anschließendem gemeinsamen Duschen in ansteckender guter Laune.

Beim diesjährigen Jugendsportnachmittag begaben wir uns mit den Kindern (kleinen weißen Zwergen) auf eine Phantasiereise durch durch Schnee und Eis, bis hinauf in den Sternenhimmel, der mittels Fallschirm und Taschenlampe die Halle beleuchtete. Der "turnende Nikolaus" (psst = Herr Jäckel!) brachte nicht nur Äpfel und Nüsse - nein - vor allem viel Stimmung in die Turnhalle.

Der Weihnachtswunsch der Turnkinder war eine Sportstunde mit dem Ziel: Turnen auf dem großen Trampolin.

Vorschulkinderturnen 1996

 

1996

Im Frühjahr 1996 gab es eine Kooperation zwischen Schulturnen und Verein. Die Schule veranstaltete an unserem Trainingstag das Erturnen eines "TURNI" (Turnabzeichen), wobei ein Geräte-Parcour zu absolvieren war.

Diesen Parcour konnten wir am Nachmittag für unsere Turnstunde einsetzen. Das ersparte den Lehrerinnen/Lehrern und uns einen aufwendigen Ab- bzw. Wiederaufbau.

Wie auch im Vorjahr gab es für die zukünftigen Erstklässler ein Abschiedsfest. Unter dem Motto: "Open-Air-Zehnkampf' fand an den Buchen ein spielerischer Wettstreit statt. Die Hauptattraktion dabei war eine lange Wasserrutsche.

Entsprechend den Jahreszeiten waren wiederum die besonderen Turnstunden in den Jahresablauf eingebaut.

Die Jugendsportnachmittag-Aufführung zeigte das Motto des Jahres 1996, die vergangene Sommer-Olympiade; dabei wurden den Zuschauern die Symbole der Olympischen Spiele optisch vermittelt.

 

Heidi Klavins-Baumgartl und Margot Schuler

 

Vorschulkinderturnen macht Spaß!